Nach Stade gezogen? Das solltest du unbedingt erleben
Nach Stade gezogen? Das solltest du unbedingt erleben

Stade ist eine dieser Städte, bei denen man erst nach einer Weile begreift, was man da eigentlich hat. Als jemand, der hier lebt, fällt mir das Besondere irgendwann nicht mehr auf — bis ein Besuch von außerhalb mich wieder daran erinnert, wie außergewöhnlich diese Hansestadt eigentlich ist. Deshalb habe ich alles aufgeschrieben: Was du wirklich machen solltest, wenn du neu in Stade bist.
Stade liegt zwischen Hamburg, Bremen und Cuxhaven — mitten im sogenannten Elbe-Weser-Dreieck, am Rand des Alten Landes, Deutschlands größtem Obstanbaugebiet. Die Stadt hat rund 50.000 Einwohner, eine lebendige Altstadt und eine Geschichte, die bis ins Mittelalter reicht. Kurz gesagt: Es gibt mehr zu entdecken, als man auf den ersten Blick vermuten würde.
1. Den Hansehafen abends erleben — nicht mittags
Der alte Hansehafen ist das Wahrzeichen von Stade — und das zu Recht. Er ist einer der ältesten erhaltenen Binnenhäfen an der Unterelbe, entstanden im 13. Jahrhundert. Entlang des Wassers reihen sich jahrhundertealte Fachwerkhäuser aneinander, die heute Cafés, Restaurants und kleine Geschäfte beherbergen.
Mein Tipp: Geh abends hin. Wenn die Tagestouristen weg sind und die Beleuchtung angeht, ist der Hafen nochmal eine ganz andere Stadt. Wer das noch nicht kennt, hat Stade noch nicht wirklich gesehen.
2. Das Altstadtcafé im Hökerhus besuchen
Das Hökerhus in der Hökerstraße 29 ist das älteste erhaltene Kaufmannshaus in Stade — errichtet im 14./15. Jahrhundert und einer der wenigen Bauten, die den großen Stadtbrand von 1659 überlebt haben. Die reich verzierte Fachwerkfassade stammt aus dem Jahr 1650.
Im ersten Obergeschoss befindet sich das Altstadtcafé Stade — mit hausgemachten Kuchen, Frühstücksbuffet und einer Atmosphäre, die man so schnell nicht vergisst. Täglich geöffnet ab 9 Uhr. Einmal hinsetzen, Torte bestellen, die Fassade gegenüber anschauen — und ankommen.
3. Den Wochenmarkt auf dem Pferdemarkt nicht verpassen
Jeden Mittwoch und Samstag von 8 bis 13:30 Uhr findet auf dem Pferdemarkt der Wochenmarkt statt — seit über 150 Jahren. Hier kaufen die Einheimischen, nicht in der Touristenzone.
Frische Produkte aus der Region, Apfelsaft und Cider aus dem Alten Land, direkt vom Erzeuger. Wer samstags früh aufsteht und zum Markt geht, ist in Stade angekommen.
4. Kanu oder SUP auf der Schwinge — der Insider-Tipp
Stade liegt auf einer Halbinsel, umgeben von der Schwinge und dem Burggraben. Das wissen viele nicht — aber es macht die Stadt vom Wasser aus zu einem völlig anderen Erlebnis.
Über das Salztor erreichst du den Bootsverleih am Burggraben. Dort kannst du Kanus und SUP-Boards ausleihen und die Schwinge auf eigene Faust erkunden. Im Sommer einer der schönsten Nachmittage, die Stade zu bieten hat.
5. Die Denkmalroute durch die Altstadt laufen
Stades Altstadt ist wunderschön erhalten und wird regelmäßig saniert. An fast jedem Haus in der Altstadt hängt ein kleines Schild, das es als denkmalgeschützt ausweist. Die Stadt hat dazu eine eigene Denkmalroute entworfen, die an den wichtigsten historischen Gebäuden vorbeiführt.
Highlights auf der Route:
• Das Bürgermeister-Hintze-Haus am Wasser West — ein Renaissance-Prachtbau von 1621
• Der Schwedenspeicher — ehemaliges Proviantlager der Schweden, heute Stadtmuseum
• Der historische Tretkran am Fischmarkt — Wahrzeichen des Hansehafens
• Die St. Cosmae Kirche — mit einer der bedeutendsten Barockorgeln Norddeutschlands
6. Mit dem Rad ins Alte Land — am besten zur Blütezeit
Stade liegt am Rand des Alten Landes — Deutschlands größtem zusammenhängendem Obstanbaugebiet. Eine Fahrradtour dorthin ist zu jeder Jahreszeit schön, aber im April und Mai, wenn die Apfel- und Kirschbäume blühen, ist es schlicht unvergesslich.
Die Wege sind flach, gut ausgeschildert und führen durch Obstplantagen, an Deichen entlang und durch kleine Dörfer mit typischen Fachwerkhöfen. Wer das noch nicht gemacht hat, hat den besten Teil des Jahres in Stade verpasst.
7. Die Drogerie Café Bar — der Treffpunkt der Stadt
Mitten in der Altstadt, in der Kleinen Schmiedestraße 2, liegt die Drogerie Café Bar — tagsüber Café mit wechselndem Lunch und selbstgemachten Limonaden, abends Aperitivo-Bar. Hier finden auch Lesungen und Events statt. Das ist der Ort, an dem sich Stade trifft. Wer dazugehören will, kommt hierher.
Stade braucht keine große Bühne
Das ist das Schöne an Stade: Es drängt sich nicht auf. Die schönsten Momente entstehen beim Spaziergang durch eine Gasse, die man noch nie betreten hat, beim Blick auf den Hafen im Abendlicht oder beim ersten Biss in ein Stück Torte im Hökerhus.
Wenn du neu in Stade bist: Lass dir Zeit. Die Stadt erschließt sich nicht auf einen Schlag — aber wenn sie es tut, willst du nirgendwo anders sein.







